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Manuela Mörtenbäck ist seit August 2012 bei der Tirol Werbung für Pressearbeit in den deutschsprachigen Märkten zuständig. Ihre PR-Erfahrungen hat sie bei mehreren Kommunikationsagenturen und zuletzt als Social Media Managerin bei dem Sportartikelhersteller Burton in Innsbruck gesammelt. Auf ihrem privaten Blog morgenmuffel.in wechselt sie die Seite und ist selbst als Bloggerin mit offenen Augen und Kamera unterwegs. Sie ist zudem eine der wenigen in der Branche, die Twitter selbst aktiv seit langem nutzen. Zum Start in die Wintersaison 2012/2013 unterstützt sie ihr Team bei einer Kampagne im Rahmen derer 15 Blogger und Online-Journalisten in 15 Regionen Tirols eingeladen werden.

1. Du bist einerseits selbst als Bloggerin aktiv und vertrittst andererseits, in deinem Job als Pressesprecherin, eine der größten deutschsprachigen Tourismusdestinationen. Wie einfach lässt sich das trennen? Welche Vor- und Nachteile siehst du darin?

Die Grenze lässt sich hier natürlich nicht so einfach ziehen, wobei ich das nicht als Nachteil empfinde. Durch das Bloggen knüpfe ich Kontakte in der Reiseblogger-Community, die auch für meinen Job wertvoll sind und umgekehrt. Schlussendlich ist es ein Austausch auf zwei unterschiedlichen Ebenen. Wenn daraus auf privater oder beruflicher Ebene Kontakte entstehen, die in einer guten Zusammenarbeit münden, freue ich mich natürlich umso mehr.

2. Welche Social Media Kanäle nutzt du selbst und wo profitierst du mehr von ihnen – im Privatleben oder in deinem Beruf?

Am häufigsten – das heißt täglich – nutze ich Twitter, Instagram und Facebook, dazu kommen noch Foursquare, Pinterest und das Travel Start-Up Everplaces. Wirklich unterscheiden zwischen beruflicher und privater Nutzung kann ich dabei aber nicht. Beruflich profitiere ich sicher von Twitter am meisten – einerseits als Informationsquelle und andererseits natürlich als Networking-Plattform.

3. Wird deiner Meinung nach Social Media die Unternehmensstruktur von Tourismusorganisationen, wie die der Tirol Werbung, in den kommenden Jahren verändern?

Das kommt wohl immer darauf an, in welcher Form ein Unternehmen Social Media selbst nutzt und auch wo und wie es im Unternehmen verankert ist. Bezogen auf die Pressearbeit im Speziellen denke ich das aber auf alle Fälle. Durch Blogger gibt es eine neue Interessensgruppe, deren Art und Weise der Berichterstattung anders aussieht als jene von klassischen Medien.

4. Was ist in deinen Augen der wichtigste Unterschied zwischen Journalisten, Online-Journalisten und Bloggern?

Ich persönliche halte nicht viel davon, Journalisten und Blogger kategorisch in unterschiedliche Schubladen zu stecken. Vielmehr sollte man Journalisten und Blogger gleichermaßen respektvoll behandeln. Ein großer Unterschied ist jedoch nicht von der Hand zu weisen: jener der journalistischen Freiheit. Journalisten haben redaktionelle Vorgaben zu erfüllen und sind einer gewissen Objektivität unterworfen. Blogger sind unabhängiger und haben bedeutend mehr Freiheit in der Berichterstattung. Dafür werden sie im Gegensatz zu Journalisten nicht für ihre Arbeit bezahlt sondern bloggen in der Freizeit.

5. Gibt es einen Austausch über die Zusammenarbeit mit Bloggern mit anderen Tourismusregionen?

Bezogen auf andere Landestourismusorganisationen kann ich das – noch nicht – beurteilen, dazu bin ich zu kurz im Unternehmen. Wünschenswert ist es sicherlich. Innerhalb unserer Region besteht natürlich ein Austausch mit unseren Tourismusverbänden.

6. Gibt es aus deiner Sicht Do’s und Don‘ts für Blogger in der Zusammenarbeit mit Destinationen?

Allen voran ist der gegenseitige, respektvolle Umgang miteinander ein Muss. Destinationen müssen verstehen, dass Blogs keine kostenlosen Werbeplattformen sind und Blogger viel (unbezahlte) Zeit und Mühe in die Berichterstattung investieren. Aus Sicht der Destination wünsche ich mir, dass Destinationen von Bloggern nicht für einen kostenlosen Urlaub ausgenützt werden. Qualitativ wertvolle Reiseerlebnisse sollten auf beiden Seiten immer das Ziel der Zusammenarbeit sein.

7. Welche Form von Kooperationen mit deutschsprachigen (Reise-)Bloggern wünscht du dir für die Tirol Werbung in Zukunft?

Ich wünsche mir, dass sich die Zusammenarbeit mit Reiseblogs intensiviert und diese dadurch langfristige und wertvolle Botschafter für unsere Destination werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, gemeinsam mit Reisebloggern spannende Geschichten auszuarbeiten