Author: Johannes

juergen-drensek

Jürgen Drensek hat in über 30 Jahren Reisejournalismus schon so einiges erlebt – und 12 Jahren lang als Vorsitzender der „Vereinigung Deutscher Reisejournalisten“ (VDRJ) viele Entwicklungen mitgeprägt. Gleichzeitig ist der Ehrenpräsident der Berufsvereinigung nicht nur TV-Produzent, sondern testet mit seinem wöchentlichen Podcast „Was mit Reisen“, der sich an die Profis im Tourismus wendet, die Möglichkeiten des Internet für sich aus. Ein Gespräch über die Reiseblogger-Szene, ethische Guidelines und die Zukunft des Reisejournalismus.

Reiseblogger haben sich jetzt einen Kodex gegeben, finden Sie das notwendig oder eher egal?

Ich finde es immer sinnvoll, wenn man sich einen Kodex gibt – noch besser ist, wenn man sich an einen Kodex auch hält. Es ist gut, dass Reiseblogger sich nun Guidelines geben, die ja im Prinzip journalistischen Standards entsprechen. Wichtig ist, dass man als Blogger erkennt: Die Zeit der Unschuld ist vorbei. Sobald ich kommerziell erfolgreich sein will, muss ich Kompromisse bei der Unabhängigkeit eingehen. Geld wird niemandem hinterhergeworfen. Damit sind immer Erwartungen verknüpft.

Welche Erwartungen sollten das sein, und wie sieht die Realität aus?

Jeder Journalist würde natürlich lieber unabhängig reisen, jedoch lassen das vor dem Hintergrund der niedrigen Honorare die eigenen Budgets in der Regel nicht zu. Und die meisten medialen Auftraggeber wollen Reisekosten nicht übernehmen. Weil die touristische Industrie aber ein naturgemäßes Interesse an redaktioneller Berichterstattung hat, schafft sie durch Recherche-Einladungen ihre eigene Voraussetzung. Das ist die – natürlich suboptimale – Ausgangslage. Im Kodex der VDRJ steht jedoch, dass wir uns bei Einladungen niemals verpflichten, ob und wie wir hinterher berichten.

Je nachdem, für welches Medium ein Autor schreibt, wird dies natürlich unterschiedlich umgesetzt. Vor allem ein freier Journalist mit eher bescheidener Verbreitungsmöglichkeit fühlt sich psychologisch vielleicht mehr dem Einladenden verpflichtet, als eine Edelfeder einer großen Wochenzeitung…

Wenn ich eingeladen werde, bin ich dankbar im Sinne einer guten Erziehung. Aber im Professionellen darf man nie vergessen, dass der Einladende es nicht altruistisch tut. Redaktionelle Berichterstattung mit ihrer implizierten Glaubwürdigkeit ist ein teures Gut. Im Vergleich zu klassischer Werbeschaltung sind die Kosten für den Aufwand einer Pressereise geradezu extrem günstig. Das wissen auch professionelle PR-Experten. Man muss also nicht zu dankbar sein… Nur eines darf man nicht: glauben, hier würde sich ein großes Büffet für Gratis-Urlaub anbieten. Es wird schnell durchschaut, ob ein Autor, egal ob Blogger oder klassischer Journalist, ein Interesse am Thema hat oder nur ein Schnorrer ist.

Gibt es da nicht Probleme mit der Glaubwürdigkeit, wenn man eingeladen wird?

Das Problem, ob ein Blogger generell seine Integrität verliert – nur weil er durch einen touristischen Partner eingeladen wird, und damit überhaupt erst die Möglichkeit bekommt, darüber zu berichten – ist nicht das virulente Thema.  Der entscheidende Punkt ist: Ich lasse mich nur dahin einladen, wenn ich weiß, dass das Thema mich interessiert, und es vor allem meine Zielgruppe interessiert. Der Einladende weiß dann auch, dass er nur einen Artikel erwarten kann, der in dieses Genre, zu dieser Zielgruppe passt.

Als Blogger ist gar nicht so wichtig, wie eine Geschichte zustande kommt, ob auf Einladung oder nicht – sondern die Frage muss sein: Ist sie relevant für die Zielgruppe, die ich erreichen will? Dann stellen sich auch weniger diese moralischen Unsicherheiten, denn ich betone noch einmal: Eine Einladung ist immer nur die Ermöglichung einer Recherche, und keine Verpflichtung für eine positive Berichterstattung.

Man sollte am Ende des Artikels einen kurzen Hinweis geben, durch welche Umstände die Arbeit ermöglicht wurde. Das fordert auch die VDRJ, und es wird bei Verlagen mehr und mehr Standard. Der Leser eines seriösen Mediums und eines etablierten Blogs weiß aber trotzdem, dass der Autor nicht seine Meinung aufgegeben hat. Und dies muss dann auch nicht zusätzlich erwähnt werden.

Wie ist das bei Beiträgen, die tatsächlich bezahlt werden?

Wenn Geld für eine Berichterstattung fließt, dann haben wir es nicht mehr mit Journalismus zu tun, sondern mit Corporate Publishing. Journalismus wird nie von demjenigen bezahlt, über den man berichtet. Wenn eine Lohnschreiberei gegen Geld vereinbart wurde, dann muss das dem Leser sehr deutlich gemacht werden.

„Unabhängigkeit“ ist eines der zentralen Argumente, mit denen Blogger angetreten sind – und deshalb reagieren Internet-Leser sehr empfindlich, wenn sie das Gefühl bekommen, dass ein Blogger nur noch ein Schönschreiber der Industrie ist. Und deshalb sollte ein Autor ganz genau drauf achten, dass er auch bei bezahlten, gekennzeichneten Advertorials nichts tut, was gegen seine Überzeugung ist.

Es entsteht dann ein Problem, wenn ich Dinge als toll beschreibe, für die ich bezahlt wurde, dieses aber nicht nach außen deutlich mache. Das ist der Todesstoß für jeden Blogger, wenn die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt.

Sehen Sie Blogger als Konkurrenz zum traditionellen Reisejournalismus oder eher als Bereicherung?

Ein Blogger ist bisher oftmals eher eine Art Reporter, der subjektiv berichtet, was er erlebt. Ein klassischer Journalist ist ein Einordner – er sieht etwas, vergleicht es und versucht, es einzuschätzen. Es gibt eine Bereicherung für beide Seiten: Journalisten erkennen, dass der persönliche Kontakt, die vertrauensvolle Nähe zum Empfänger der medialen Botschaft immer wichtiger wird; dass man sich als Marke etablieren muss. Berichterstattung ohne Empathie scheint überholt. Man muss sich neue Formen überlegen; vielleicht sich auch bewusst verletzlich machen als Journalist: etwa für seine Meinung einzustehen, sich nicht zurückzuziehen hinter verschwurbelten Formulierungen. Blogger dagegen können von Journalisten Struktur lernen, also das Einordnen von Erlebnissen durch Fachwissen.

Es gibt sicherlich eine gewisse Verwunderung bei manchen Journalisten über die große Aufmerksamkeit, die Blogger momentan als Pioniere dieser neuen Medien bekommen – ohne dass diese Aufmerksamkeit immer inhaltlich berechtigt wäre. Dazu kommt, dass auch viele Reisejournalisten nur von dieser Arbeit nicht leben können und natürlich Existenzangst haben, wenn der Kuchen noch kleiner wird.

Aber sind Reiseblogs und traditionelle Berichte überhaupt vergleichbar; nicht zwei unterschiedliche Produkte?

Nein, sie sind nicht vergleichbar. Traditionelle Medien müssen immer ein weites Spektrum haben und haben meistens nicht diese klar begrenzte Zielgruppe. Mit meinem Reiseradio-Podcast zeige ich das ja anschaulich: Im klassischen Radio könnten die Beiträge in dieser Art und Ausführlichkeit niemals laufen, aber für die Touristikbranche sind sie eine Goldader. Das ist mein USP. Und daraus generiere ich auch einen (zugegeben noch kleinen) Teil meines Einkommens.

Interessant wird es, wenn mehr und mehr Journalisten mit ihrem professionellen Hintergrund das Internet als Medium für sich entdecken und ein gesunder Konkurrenzkampf entsteht.

Aber man braucht ja auch eine Kompetenz, mit den neuen Möglichkeiten und Anforderungen des Internet technisch, stilistisch wie auch inhaltlich umzugehen, und daraus etwas Stimmiges zu machen…

Ja, natürlich. Ein Beispiel: Ich komme ja aus der Film-Ecke, und mir würde ein Film bei YouTube von den Nutzern um die Ohren geschlagen werden, wenn ich ihn im Stil eines klassischen TV-Features produzieren würde. Das bedeutet, dass Journalisten sich hier neu orientieren, neu lernen müssen, und viele fremdeln noch sehr. Nicht als passiver Nutzer von Angeboten im Internet, aber als Produzent von Inhalten.

Die erste Frage, die ich von Kollegen im Zusammenhang mit dem Reiseradio oft gestellt bekomme, ist, was ich denn damit verdiene? Im Vergleich zu meinem Tagessatz als Filmproduzent ist das natürlich lächerlich. Aber wer heute nicht anfängt, Erfahrungen sammelt und sich eine technische und inhaltliche Expertise verschafft, wird sich in drei Jahren umgucken, weil er den Zug dann verpasst hat. Jeder Journalist, der heute glaubt, bloggen und Internet-Produktion sei nur ein Zeitgeist, wird ganz böse aufwachen.

Blogger und professionell – zwei Worte, ein Widerspruch?

Bei manchen bisher ganz sicher. Da wird bei aller Liebe zur individuellen Pflege seiner Groupies versucht, mit lauwarmem Wasser zu köcheln. Wenn ich als Blogger ein größeres Publikum erreichen will, muss ich professionelle Standards haben. Stilistisch, vor allem aber auch bei Recherche und Meinung: Wenn ich etwas schlecht finde, reicht es nicht, dies nur zu sagen, sondern ich sollte auch sagen, warum. Aber es gibt auch hoch professionelle Blogger. Viele von denen haben ja auch einen journalistischen Background.

Ich finde es immer wieder beglückend, wenn ich einen Blog entdecke, der mich fasziniert, der mich überrascht, der mir neue Blickwinkel zeigt. Man wird ja auch etwas betriebsblind als Fachjournalist, und ich bedaure manchmal, dass ich mich nicht einfach unverbildet über etwas freuen kann. Dass ich einfach irgendwo hinkomme und sage: Ach, das ist jetzt aber schön – und nicht immer sofort im Kopf der Filter angeschaltet wird, mit was man es vergleichen müsste, oder ob es auch kritische Punkte gibt. Ich finde es sehr erfrischend, wenn Blogger mir diesen Blickwinkel zurückgeben des etwas naiven Reisenden, der sich freut, die Welt und die Menschen kennenlernen zu dürfen. Wenn das noch verbunden ist mit besonders tollen Fotos, Videos, oder Beschreibungen von Dingen, die man bisher übersehen hat, dann liebe ich es, diese Blogs zu verfolgen.

Vielen Dank!

Kontaktmöglichkeiten:

www.reiseradio.org “Was mit Reisen”
E-Mail:  reiseradio (at) me.com

Die wachsende Bedeutung der deutschsprachigen Reiseblogszene im letzten Jahr brachte – neben allen tollen Entwicklungen und Erfolgen – auch Unsicherheiten mit sich, die im Endeffekt auf eine Frage hinauslaufen: Gibt es vertretbare Geschäftsmodelle für unsere Webseiten?

Vertretbar? Gibt es denn eine nicht vertretbare Weise, mit einem Reiseblog Geld zu verdienen?

Ich denke: ja. Die Grundlage eines ausdauernden Leser-Autoren-Verhältnisses ist Vertrauen. Ein persönlicher Blog ist viel stärker als bei klassischen journalistischen Medien ein Ausdruck der bewusst subjektiven Sichtweise des Autoren. Dies ist je nach Ausrichtung des Angebots mal stärker, mal schwächer der Fall.

Glaubwürdigkeit und Geld

Natürlich geht es auf Reiseblogs meistens ums Reisen. Das ist naturgemäß ein schönes, eher leichtes Thema. Trotzdem ist es in unserem ureigenen Interesse, relevant zu sein und zu bleiben.

Glaubwürdigkeit ist eine Notwendigkeit. Ist diese einmal verloren, was sehr schnell gehen kann, so ist auch der Sinn eines Blogs eliminiert. Das Angebot kann durchaus erfolgreich sein – aber es ist kein Blog mehr.

Ist es dann überhaupt möglich, Glaubwürdigkeit und Geld verdienen miteinander zu vereinbaren? Ja, das ist es. Und sogar im Normalfall eine Notwendigkeit, um langfristig ein Angebot aufrecht zu erhalten. Ein aktiver Reiseblogger muss mit seiner Arbeit Geld verdienen können, um überhaupt die Möglichkeit zu haben, qualitativ hochwertigen Content zu erschaffen.

Auf welchem Weg dies geschieht, ob über Einladungen, Werbung, PR-Maßnahmen oder andere Einnahmequellen, bleibt jedem selbst überlassen.

Wichtig ist, dass der Leser zu seinem Recht kommt: Der Aufklärung, in wie fern das, was er liest, durch externe Quellen unterstützt wurde. Damit er einschätzen kann, unter welchen Bedingungen der Artikel entstanden ist.

Auch im Kontakt mit der Tourismuswirtschaft und anderen möglichen Partnern ist ein professioneller Umgang wichtig, um Möglichkeiten und Grenzen einer Zusammenarbeit klar zu definieren.

Unabhängigkeit und Verantwortung

Reiseblogger können sich nicht hinter einem undurchschaubaren Verlags-Apparat verstecken. Hinter jedem Artikel, jedem Video, das wir veröffentlichen, stehen wir als erkennbare Person. Jede Entscheidung, die wir treffen, wird direkt mit uns verknüpft.

Die Unabhängigkeit, mit der wir entscheiden können was wir tun und lassen, ist auch eine Belastung – wir müssen Verantwortung übernehmen für unser Handeln.

Um für diese Entscheidungen eine gemeinsame Basis zu schaffen, haben wir in einer breit ausgelegten Diskussionsrunde mit engagierten deutschsprachigen Reisebloggern grundlegende ethische Richtlinien entwickelt: Den Reiseblogger Kodex.

Unbeschränkt und freiwillig

Wir freuen uns, dass wir gemeinsam diesen Kodex erarbeitet haben. Es gibt keine Vereinigung, kein Entscheidungsorgan, dem sich andere fügen. Dies ist ein freiwilliges Angebot an alle Reiseblogger, entwickelt von Reisebloggern, reguliert von der Community.

Aber: Wer sich dafür entscheidet, lässt sich und seinen Reiseblog an diesen Richtlinien messen. Muss sich eventuell Fragen der Gemeinschaft gefallen lassen. Und wird der Kodex dauerhaft nicht eingehalten, wird der betreffende Name von der Liste der teilnehmenden Reiseblogger entfernt.

Der Reiseblogger Kodex, die teilnehmenden Reiseblogger sowie eine Auswahl an Badges, die eingebunden werden können, sind auf reiseblogger-kodex.com für jedermann einsehbar.

conni

Auf der Website der Welt-Nomadin Conni Biesalski, planetbackpack.de, dreht sich alles rund ums smarte Rucksackreisen. Was sind ihre Ziele für 2013?

1. Wer bist du und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich bin Conni, 29, lebe und arbeite rund um die Welt seit ich 15 bin. Im Moment wohne ich in meiner Wahlheimat Berlin um etwas durchzuatmen nach den vielen Jahren des nomadischen Daseins, um wieder frische Energie zu sammeln für die nächsten Abenteuer.

Mitte 2011 habe ich angefangen Blogs zu lesen, und war so fasziniert und angetan, dass ich Ende 2011 ich meinen englischsprachigen Blog “A Life of Blue” gelauncht habe. Anfang 2012 habe ich dann gemerkt wie die Reiseblogwelt in Deutschland etwas unterbesetzt ist, speziell im Bereich Backpacken und Weltreisen, und habe nach kurzem Überlegen mir Planet Backpack zum Projekt gemacht und den Blog dann im April 2012 von Indonesien aus offiziell gelauncht.

2. Hat dein Blog einen speziellen Fokus (eine Nische) oder worüber schreibst du?

Planet Backpack ist ein Reiseblog und unabhängiger Guide für Backpacker, Langzeitreisende, Individualreisende, Globetrotter, Nomaden und Vagabunden. Meine Leidenschaft ist es anderen Travelern zu helfen ihren Traum des Reisens und Abenteuerns zu planen und vor allen Dingen zu leben. Das Motto ist: Reise länger, günstiger, smarter – ergo: wie kann ich mit wenig Geld möglichst weit kommen? Sei es eine große Weltreise, ein verlängerter Backpacking-Trip, ein Working Holiday oder um die Welt für immer – Planet Backpack als Community ist ein Ort für Fragen rund ums Rucksackreisen. Der Blog ist eine Sammlung an Ratgebern, online Ressourcen und Reiseführern, die inspirieren und die Leser mit anderen Travelern verbinden sollen. Das ultimatives Ziel von Planet Backpack ist es, eine Gemeinschaft von Reisenden zu kultivieren, die bewusst, nachhaltig und unabhängig die Welt erkunden will, egal ob für einen Monat, für ein Jahr oder für immer.

 Ich habe über Jahre die Welt bereist und im Ausland gelebt und gearbeitet – schade wäre es diese ganzen Erfahrungen einfach für mich zu behalten. Am Wichtigsten ist mir wirklich hilfreich und informativ für angehende Backpacker zu sein. Und auch denjenigen, die es sich nicht zutrauen auf Weltreise zu gehen, zu zeigen, dass es jedem möglich ist, dass es sich jeder leisten kann. Ich möchten den Lesern ihre Unsicherheiten nehmen und sie gleichzeitig für das spannende Unbekannte auf Reisen begeistern.

3. Welchen beruflichen Hintergrund hast du?

Ich habe Kommunikation und Medien bis zum Master studiert. Direkt danach bin ich 2009 mit einem One-Way-Ticket losgereist und habe unterwegs eine Ausbildung zur Tauchlehrerin gemacht, und in Indonesien und Australien gearbeitet.

Als ich dann 2011 zurück kam nach Deutschland, bin ich in die Bereiche Public Relations und Social Media in einer Agentur eingestiegen. Seit 2012 bin ich selbständig und freelance zumeist für Internet Startups. Außerdem mache ich viel Übersetzungsarbeit Deutsch/Englisch und baue WordPress-Seiten. Meine Selbständigkeit gibt mir die Freiheit von überall auf der Welt zu arbeiten – für mich gibt es nicht schöneres als zu wissen, dass ich egal ob in Berlin, Buenos Aires oder Bangkok immer irgendwie mein Geld verdienen kann. Und wenn alle Stricke reissen, dann geh ich wieder Tauchlehrern ;)

 4. Welche sozialen Netzwerke sind für dich wichtig und wie nutzt du sie?

Am meisten benütze ich momentan wohl Facebook und Instagram. Wobei meine Aktivitätslevel und Netzwerke sehr fluktuieren. Letztes Jahr war ich zum Beispiel mega-aktiv auf Google+. Und bis vor ein paar Monaten auch auf Twitter, Pinterest und noch so anderen! Ich habe aber gemerkt, dass es für mich mehr Sinn macht sich auf ein ein, zwei zu konzentrieren und die dann aber richtig und kontinuierlich nutzt.

Auf Facebook poste ich neue Posts, tolle Fotos, Linktipps etc. Und bekomme auch recht viel Traffic aus der blauen Richtung.
Generell würde ich gerne aktiver für Planet Backpack auf Social Media Kanälen sein, aber oftmals geht die Arbeit, die die Moneten nach hause bringt einfach vor!

5. Was sind für dich die 5 wichtigsten Richtlinien, an denen sich die Reisebloggercommunity orientieren sollte? Was geht, was geht nicht?

  • Miteinander statt Gegeneinander. Wenn ich eins nicht leiden kann, dann Konkurrenzdenken und Missgunst.
  • Kooperationen untereinander.
  • Sich gegenseitig bei Fragen und Problemen zur Seite stehen.
  • Immer schön zu sehen: Gastbeiträge von und Interviews mit anderen Bloggern, Support über Social Media (Teilen von Beiträgen), gegenseitiges (freiwilliges!) Verlinken in Blogposts…
  • Professionalität im Umgang mit der Tourismusindustrie.

6. Wo siehst du dich und deinen Reiseblog in einem Jahr?

Ich: Wieder auf Reisen für unbestimmte Zeit. Eventuell auch wieder vordergründig unter Wasser mit den Fischen. So sehr ich Berlin lebe, fällt es mir schwer an Orten Wurzeln zu schlagen. Die Welt ist außerdem zu groß und aufregend um zu lang statisch zu sein :)

Planet Backpack:

  • Ich wünsche mir dass der Blog die erste Online-Ressource für angehende Backpacker ist.
  • Ich plane Ebooks zum Thema Rucksack- und Weltreisen zu schreiben und über PB verkaufen.
  • Und schließlich würde ich gern für die Arbeit etwas kompensiert werden.. Sei es mit kommerziellen Kooperationen oder Werbeeinnahmen.
  • Denn dann ist auch möglich: Mehrere Autoren, die entlohnt werden. Ich muss PB nicht im Alleingang machen – schön wäre es ein Team zu haben, die meine Vision teilt.

7. Welche Kooperationen bietest du auf deinem Blog an und welche Erfahrungen hast du bisher damit gesammelt?

Ich bin grundsätzlich sehr offen für Kooperationen und teste in dem Bereich gerade etwas das Wasser.

Möglich sind:

  • Gesponserte Beiträge
  • Blogger- / Pressereisen
  • Werbung
  • Längerfristige Partnerschaften
  • Gewinnspiele

Schade ist es viele Anfragen zu bekommen, die thematisch total irrelevant sind für Planet Backpack. Da würde ich mir manchmal wünschen die Leute würden etwas besser recherchieren. Auf PB reicht es nur etwas runterzuscrollen oder kurz auf die Über PB-Seite zu klicken. Z.B. Wenn ich Anfragen für Luxushotels bekommen, fühle ich mich fast schon beleidigt ;)

Vielen Dank, Conni! 

Erreichen kann man Conni auf folgenden Kanälen:

BLOG URL: http://www.planetbackpack.de/

FACEBOOK: https://www.facebook.com/planetbp

TWITTER: https://twitter.com/planet_backpack

INSTAGRAM: @conniblue

 

Portrait MHW_636x310

Sie ist die Gründerin und Haupt-Autorin des Weltenbummler Mag, einem sehr erfolgreichen deutschsprachigen Reiseblog. Und sie hat klare Vorstellungen davon, wie die Beziehungen zwischen Reisebloggern und der Tourismusindustrie gestaltet werden sollten.
7 Fragen an Marianna Hillmer-Wiechmann.

1. Wer bist du und wie bist zum zum Bloggen gekommen?

Marianna, 29, Halbgriechin. In Hamburg geboren und aufgewachsen, in Berlin studiert und seit 2 Jahren in München wohnhaft.

2008 kam ich zum ersten Mal als Leserin immer wieder mit Blogs in Kontakt und empfand sie durch die persönlichen Erzählungen und Fotos als Bereicherung zu den klassischen Medien. Im Zuge meines längeren Indienaufenthaltes wollte ich auch einen Blog eröffnen. Ich scheiterte an zu wenig Zeit, weil zu viel Ambitionen am Layout und begann schließlich erst im Januar 2011 mit dem Weltenbummler Mag, weil ich den finalen Schubser durch meinen Job im Online Marketing bekam. Der Antrieb dazu war und ist anderen interessierten Menschen, die wie ich nach persönlichen Erlebnissen, Fotos und Tipps suchen, eben dies aus meiner Sicht zu bieten.

2. Welchen beruflichen Hintergrund hast du?

Beruflicher Vordergrund: Ich hab Literatur-, Geschichts- und Religionswissenschaften studiert und vor allem im Kulturbetrieb gearbeitet. Derzeit promoviere ich eigentlich in Literaturwissenschaften. Der Blog ist privat und ein viel zu zeitaufwendiges Hobby ;) Mein Nebenjob im Online Marketing finanziert mir das alles.

3. Welche sozialen Netzwerke sind für dich wichtig und wie nutzt du sie?

Wichtig im Sinne der eigentlichen Bedeutung „sozial“ sind für mich derzeit Facebook und Twitter. Man kommt mit Menschen in Kontakt, die man manchmal sogar nicht persönlich kennt und kann sich über weite Distanzen schnell austauschen. Natürlich kommen darüber auch viele Besucher auf den Blog, was mich immens freut. Jedoch nutze ich beide Netzwerke nicht dafür einen Qualitätsindex durch Ziffern zu promoten und gebe sie auch nicht selbstverständlich für Branding- Kampagnen o.ä. her.

4. Was sind für dich die wichtigsten Richtlinien, an denen sich die Reisebloggercommunity orientieren sollte? Was geht, was geht nicht?

Was geht:

  • Gegenseitiger Austausch, Hilfestellungen, Empfehlungen und alles was ein produktives Miteinander ausmacht.

Nicht geht:

  • Zahlen jeglicher Art ohne Angabe der Quelle zu veröffentlichen.
  • Andere Blogger zu diffamieren, persönliche Differenzen können wunderbar privat ausschließlich unter den Betroffenen ausgetragen werden.
  • Alles was die Glaubwürdigkeit von Bloggern bei den Lesern untergräbt. Der Trumpf eines Blogs ist die persönliche Meinung und Empfehlung des Autors. Wenn Blogs demnächst genau wie klassische Medien immer mehr bezahlte Inhalte ungekennzeichnet redaktionell veröffentlichen, ist die Glaubwürdigkeit der persönlichen Erfahrung und Empfehlung schnell hinüber und die ursprüngliche Blogidee als solche hinfällig, was schade wär.

5. Was sind auf der anderen Seite für dich wichtige Richtlinien, an denen sich die Reiseindustrie, PR-Agenturen orientieren sollten? Was geht, was geht nicht?

Was nicht geht: Blogger als kostenlose Werbeplattform wahrnehmen. Ich würde mir wünschen, dass alle potentiellen Kooperationspartner mit eben so viel Respekt an den Blogger herantreten wie sie es auch an den Tag legen, wenn sie mit klassischen Medien oder anderen Partnern kommunizieren. Man sollte sich bei der Kommunikation mit Bloggern sogar einfach mal bewusst machen, dass man mit einer Privatperson spricht, die ihre Freizeit für die Anfrage und Kooperation hergibt.

Und gerade daher finde ich sogar die Tendenz, Blogger müssten während ihrer Reise die sozialen Netzwerke füttern und würden sich dadurch quasi erst für das „kostenlose“ Reisen qualifizieren ziemlich befremdlich, schließlich wird das von einem Journalisten, der zumindest teils bezahlt unterwegs ist auch nicht verlangt. Meines Erachtens müsste da noch ein Standard von beiden Seiten gefunden werden. (Vielleicht denkbar: Entweder ein Honorar für diese Extra-Leistungen oder stattdessen keinen Blog-Artikel?)

Was gehen sollte: Schön wäre, wenn die PR-Agenturen, Destinationen und andere Kooperationspartner ihre jeweiligen Kanäle ebenso zum verbreiten der Blog-Artikel nutzen würden und zwar auch unabhängig davon, ob man auf Einladung oder gänzlich privat unterwegs war. Scheint mir derzeit eher ein seltenes Phänomen zu sein, obwohl ich es nicht nur logisch fände, sondern auch als nette Geste im Gegenzug für meinen Zeitaufwand empfinden würde.

6. Wo siehst du dich und deinen Reiseblog in einem Jahr?

In Afghanistan. Gute Freunde munkeln das zumindest. Obwohl ich ein Angebot wahrscheinlich nicht ausschlagen würde ;)
Um ehrlich zu sein mach mir da keine Gedanken drüber. Aber im Zuge der Paid-Content Entwicklung ab 2013 der Zeitungen und Magazine im Netz könnten Blogs ‘nen Recht interessanten Schub bekommen.

7. Welche Kooperationen bietest du auf deinem Blog an und welche Erfahrungen hast du bisher damit gesammelt?

Ich bin für jede Form der Zusammenarbeit offen. Mit den bisher zustande gekommenen Kooperationen hab ich (bis auf eine Ausnahme) durchweg sehr gute Erfahrung gemacht und möchte mich dafür ganz herzlich nochmals bei allen bedanken.

Vielen Dank, Marianna!

Kontaktmöglichkeiten:

BLOG URL: www.weltenbummlermag.de

EMAIL: schreibmir (at) weltenbummlermag (punkt) de

FACEBOOK: www.facebook.com/weltenbummlermag

TWITTER: www.twitter.com/LaWeltenbummler

INSTAGRAM: @laweltenbummler

VERALTET: Persönlich auf ‘nen Kaffee in München oder wo es sich sonst grad so ergibt.